Das Leben danach: Ein Tag im Leben

Die Schülerinnen und Schüler der A2 interviewten Ehemalige und fassen die Antworten in Berichte mit dem Titel "Ein Tag im Leben von …"

Auf dieser Seite ist eine Auswahl dieser Texte zu lesen. Die Autorinnen und Autoren sind am Schluss der Texte genannt.

 

 

 

Ein Tag im Leben von Léon Arndt

Ein Tag im Leben von Léon Arndt, 16, Lernender Kaufmann EFZ bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und leidenschaftlicher Unihockeyspieler

Wenn ich morgens um halb sechs aufstehe, ziehe ich mich zuerst an und esse etwas Kleines. Um viertel nach sechs trifft man mich an der Bushaltestelle „Geerenstrasse“ in Dietlikon, diese liegt gerade vor meinem Haus. Gemütlich fahre ich mit dem Bus die kurze Strecke bis zum Bahnhof. Im Bus habe ich meistens noch keine Lust auf die Arbeit bei der ZKB in Winterthur. Manchmal würde ich viel lieber mit meinem Unihockeystock den ganzen Tag verbringen oder zusammen mit mei- nen Freunden einen coolen, lustigen Tag erleben. Sobald ich aber vor der Bank stehe, freue ich mich doch auch wieder auf meine Arbeit und bin sehr motiviert. Eine Ausbildung als Kaufmann EFZ stand bei meiner Berufswahl schon immer an erster Stelle. Ich liebe diesen Beruf, weil er sehr vielfältig und abwechslungsreich ist. Zudem muss man gut in Mathematik sein. Ich weiss gar nicht mehr ganz genau, wer mich auf die Idee gebracht hat, das KV zu machen, aber ich glaube es war meine Mutter, die mich darauf hinwies. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Sie hat mir auch am meisten geholfen meinen Traumberuf wahr zu machen. Sie hat mir immer gesagt, ich soll möglichst viele Be- werbungen schreiben. Diesen Tipp gebe ich nun auch jenen weiter, die gerade jetzt daran sind, ihre Lehrstellen zu suchen. Mein erstes Lehrjahr ist schon fast vorbei. Bis jetzt bereitete es mir noch nicht gros- se Mühe. Ich hoffe es geht so weiter. Zudem hoffe ich, dass mir dieser Beruf auch noch nach der Lehre sehr gefallen wird. Man weiss ja nie, vielleicht kommt etwas Unerwartetes dazwischen. Im Leben ist das manchmal so. Meine Zukunftsperspektiven für die nächsten zehn Jahre sind immer noch in einer Bank zu arbeiten und nebenbei hobbymässig Unihockey zu spielen.

Am Ende meines Arbeitstages, um etwa fünf Uhr, fahre ich mit dem Zug zurück nach Dietlikon. Zu Hause ruhe ich mich kurz aus. Für das Unihockeytraining am Abend muss ich wieder fit sein. Diese kur- ze Pause nutze ich manchmal, um mit dem Natel meinen Kollegen zu schreiben. Meine Freunde sind mir sehr wichtig, so wie auch meine Familie, mein Beruf und mein Hobby, das Unihockeyspielen.

An die Zeit in der Oberstufe, erinnere ich mich sehr gerne zurück. Manchmal wäre ich gerne wieder in der Oberstufe. Es war nicht so anstrengend, wie jetzt beim Arbeiten. Als ich die Oberstufe verliess, war ich ein wenig traurig, doch es war auch Freude dabei, da ich mich sehr auf den Lehrbeginn bei der ZKB freute. Nun gebe ich all jenen noch einen kleinen Tipp, die noch in der Oberstufe sind. Lernt, lernt und lernt! Irgendwann werdet ihr das sonst noch bereuen.

Nach dem Training gehe ich noch schnell unter die Dusche. Um halb elf gehe ich ins Bett. Ich muss ja am nächsten Morgen wieder fit sein. Oft, bevor ich einschlafe, denke ich daran was morgen sein könnte. Und mir geht durch den Kopf, was ich an mir ändern könnte. Dann aber kommt mir mein Lebensmotto in den Sinn: So bleiben, wie man ist.

Florian Debrunner 

Ein Tag im Leben von Carmen Dill

Ein Tag im Leben von Carmen Dill, 17, Siebdruckerin mit der BMS in einem lustigen Betrieb.

Früh morgens um 6:30 Uhr stehe ich ausgeschlafen auf und beginne meinen Tag mit einem leckeren Müesli. Doch ich habe nicht so viel Zeit, da ich auf den Zug nach Pfäffikon ZH muss. Am Bahnhof in Pfäffikon schnappe ich mir mein Fahrrad und trample mit ihm zu meiner Arbeit. Dort begrüsst mich schon meine nette Chefin. Sobald ich mich umgezogen habe, gehe ich an die Druckmaschine und richte sie ein. Danach drucke ich die Aufträge, die wir zu erledigen haben. Schon bald höre ich eine Kollegin die im letzten Lehrjahr ist und schon die Prüfung bestanden hat: „Carmen mir mached Znünipause chunsch au?“ Nach unserer Pause drucke ich weiter bis ich fertig bin. Irgendwann ist dann noch die Mittagspause, die ich immer im Geschäft verbringe. Da haben wir es immer sehr lustig, weil ich einen lustigen Arbeitskollegen habe, der immer Witze macht. Später fange ich an, die Maschine zu reinigen. Manchmal muss ich auch für die neuen Aufträge ein Sieb neu einkopieren. Müde gehe ich um 16:15 Uhr auf die S3. Zuhause angekommen, mache ich mich bereit für das Fitness und für das Armbrustschiessen, das ich mit meiner Schwester mache. Im Armbrustschiessen bin ich gut und habe auch schon einen Pokal gewonnen.

Für mich war es einfach eine Lehrstelle zu finden, weil ich wusste, was ich machen wollte. Eigentlich wollte ich Gestalterin Werbetechnik machen, doch für diesen Beruf ist es sehr schwer eine Lehrstelle zu finden.

Mein Traumberuf ist entweder Polizistin oder Hotelfachfrau. Nach meiner Lehre möchte ich gerne ein Austauschjahr machen, um besser Englisch zu sprechen und danach eventuell die Hotelfachschule zu absolvieren.

Wenn ich mich beschreiben müsste, würde ich mich als eine junge Frau beschreiben, die ganz konkrete Ziele hat, was sie später in ihrem Leben machen möchte.

Später möchte ich viel Reisen. Meine Ziele sind Dubai, USA, Kanada und Australien. Ausserdem möchte ich in Amerika mit meinen zwei Hunden wohnen.

Celine Dill 

Ein Tag im Leben von Isabelle Balzer

Ein Tag im Leben von Isabelle Balzer, 18, Lernende Kauffrau EFZ mit BMS, derzeit in den Abschlussprüfungen.

Wenn ich morgens um sieben aufwache, mache ich mich frisch, ziehe mich an und esse noch etwas Kleines zum Frühstück. Um 7.30 Uhr verlasse ich das Haus und fahre mit dem Zug, oder mit meiner grossen Schwester im Auto zur Arbeit nach Schwerzenbach. Meine ältere Schwester arbeitet wie ich in der Intrum Justitia. Sie hat mir auch empfohlen, mich dort um die Lehrstelle zu bewerben. Als ich noch in der Berufswahl stand, wollte ich Ärztin werden, doch für diesen Beruf muss man zuerst studieren und das kann man nicht direkt ab der Schule tun.

Meine Arbeit beginnt um acht Uhr und ist sehr abwechslungsreich. Oft weiss ich noch nicht, welche Arbeiten auf mich warten. Meine Aufgaben sind, wie gesagt, vielseitig, da es verschiedene Abteilungen gibt. Ich muss Verantwortung für meine Aufgaben übernehmen, Aufträge ausführen und Kunden betreuen. Um zwölf Uhr habe ich Mittagspause, in welcher ich mit Mitarbeitenden essen gehe. Am Nachmittag arbeite ich nochmals von 13 Uhr bis 17 Uhr. Danach gehe ich rasch nach Hause und freue mich auf meine freie Zeit. An meinem Beruf gefällt mir neben der Vielseitigkeit, die tollen Mitarbeiter und dass es sehr spannend ist.

Da ich im Moment in den Lehrabschlussprüfungen bin, habe ich nicht mehr so viel Zeit für meine Hobbys. Deshalb trainiere ich nur noch einmal in der Woche Leichtathletik in Zürich. Vorher habe ich, zusammen mit meiner Zwillingsschwester, fünf Mal in der Woche trainiert. In der übrigen freien Zeit unternehme ich gerne Sachen mit meiner Familie oder mit meinen Kolleginnen und Kollegen.

Wenn ich mich in fünf Adjektiven beschreiben müsste, wären dies: hilfsbereit, aufgeschlossen, direkt, freundlich und ehrgeizig. Da ich nun schon fast am Ende des dritten Lehrjahres bin, mache ich mir auch schon Gedanken für meine Zukunft. In meinem Lehrbetrieb kann ich bleiben, was ich sicher auch noch ein Jahr machen werde. Nach diesem Jahr möchte ich gerne ein Austauschjahr, oder einen Sprachaufenthalt in Amerika machen, um mein Englisch zu trainieren. Weitere Pläne für meine Zu- kunft, die ich mir vorstellen könnte, sind studieren, um doch meinen Traumberuf Ärztin zu werden, oder noch einige Jahre in meinem Beruf als Kauffrau an einem anderen Ort weiter zu arbeiten.

In zehn Jahre sehe ich mich bei einem anderen Arbeitgeber, werde ich in meiner eigenen Wohnung wohnen und vielleicht schon eine Familie haben.

Da die Berufswahl ein sehr wichtiger Abschnitt im Leben ist, gebe ich anderen Leu- ten, die in der Berufswahl sind, folgende Tipps: Man sollte sich eine Lehre aussuchen, die einem Spass macht, weil es nicht sehr gut ist, wenn man drei Jahre etwas macht was einem nicht gefällt. Und auch noch, dass man eigene Entscheidung treffen sollte und nicht etwas wählen, was die Kollegen machen, oder was die Eltern unbedingt von dir wollen.

Um 23.00 Uhr geht ein erfolgreicher Tag wieder einmal gegen das Ende zu. Ich lösche mein Licht aus und freue mich auf den nächsten Tag der mir bevorsteht.

Mattia Würsch 

Ein Tag im Leben Jan Huber

Ein Tag im Leben Jan Huber, 17, arbeitet als Elektroinstallateur EFZ und ist gerne schnell unterwegs

Es ist Montagmorgen, mein Wecker klingelt um 6.15 Uhr. Mühsam stehe ich auf, denn nicht immer bin ich motiviert. Zwar bin ich sehr froh den Job als Elektroinstallateur gewählt zu haben und würde auch nicht mehr wechseln, aber Frühaufsteher bin ich trotzdem nicht. Wenn ich aufgestanden bin, muss ich mich meist beeilen und habe nicht mehr gross Zeit für ein Frühstück. Je nach Ort, wo ich gerade einen Auftrag habe, fahre ich dann entweder mit meinem Motorrad los oder benutze den ÖV. An meinem Arbeitsplatz angekommen muss ich manchmal drinnen und manchmal draussen arbeiten. Für die Arbeit draussen freue ich mich immer sehr über schönes Wetter. Den Tag verbringe ich dann damit, Dinge zu installieren, zu verdrahten, zu bohren und in Betrieb zu nehmen. Ich mache auch Messungen und ziehe Kabel ein. Für mich geht der Tag ziemlich schnell vorbei, weil meine Arbeit ziemlich abwechslungsreich und vielfältig ist. Zudem hat man bei Aufträgen bei Kunden zuhause auch ausgiebigen Kundenkontakt. Oft hängt meine Lehre auch mit meinen Hobbies zusammen, denn auch zuhause verbringe ich viel Zeit damit an meinem Motorrad rum zu basteln. Dies ist auch meine Empfehlung für die Berufswahl im Allgemeinen: Nimm einen Beruf der mit deinen Hobbies verbunden ist oder einfach Tätigkeiten beinhaltet die du gerne machst und an denen du Spass hast, sonst wirst du nie die volle Motivation finden. Andere Hobbies wie Motorrad fahren, Fussball spielen und Freunde treffen kann ich durch den langen, verplanten Alltag meist nur am Wochenende ausüben.

Wenn ich um 16:30/17:00 Uhr nachhause komme, muss ich meist, nachdem ich geduscht habe, eine Stunde lernen. Denn auch die Berufsschule jeden Dienstag fordert eine Menge und kann auch sehr stressig sein. Wenn ich noch Zeit habe, gehe ich nach draussen und geniesse die kurze Freizeit. Um 23:00 Uhr gehe ich langsam zu Bett. Bevor ich einschlafe denke ich manchmal an meinen allerersten Tag, wie aufgeregt ich war und wie gut ich mich in dieser kurzen Zeit schon in die Berufswelt eingelebt habe. Ich träume davon später eine Weiterbildung zum Manager an der FH zu machen. Ich denke, dass ich es schaffe, denn ich bezeichne mich selbst als zuverlässig, ehrgeizig, hilfsbereit, erwartungsvoll und sehr motiviert.

Anja Huber 

Ein Tag im Leben von Jarina Renz

Ein Tag im Leben von Jarina Renz, 22, lässt ihre Kreativität im Beruf Drucktechnologin aus

Mein Tag fängt schon sehr früh an. Da ich in zwei verschiedenen Kantonen wohne und arbeite, muss ich das Haus früh verlassen. Am liebsten würde ich natürlich länger schlafen und später zur Arbeit fahren. Wenn ich bei der Arbeit eintreffe, geht es darum, die Aufträge für die Kunden zu erledigen. Mir macht dieser Beruf viel Freude. Doch ich wusste nicht gleich, dass ich Drucktechnologin werden wollte, ich wollte einfach etwas Kreatives machen. Die Berufswahl habe ich selbst vorgenommen. Da ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu Hause lebte, war ich auf mich selbst gestellt. Daher habe ich auf meine Art und Weise die Berufe ausgewählt und mich beworben. Wenn ich jemandem einen Tipp geben könnte dann wäre es: So oft zu schnuppern wie möglich. So findet man heraus, welche Tätigkeiten einem gefallen und welche nicht. Ich kann mich noch genau an meinen ersten Tag in der Arbeitswelt erinnern. Ich war ein wenig nervös und es war etwas total Neues, die neue Umgebung und die vielen Personen die mir dann noch unbekannt waren. Arbeitstechnisch war es sehr interessant und informativ. Ich konnte sehr viel zuschauen und dann auch selber ausprobieren. Jeder Anfang ist schwierig doch schon nach einem halben Jahr bin ich bei meinen Aufgaben angekommen. Als ich die Oberstufe verliess war am Anfang das Gefühl natürlich „Yeeeh kei Schuel meh“. Wenn ich jetzt zurückdenke, würde ich sagen, soviel Freizeit und die Leichtigkeit des Unterrichts, werde ich nie wieder haben. Die Berufsschule zu absolvieren macht mir viel Spass aber es wird „erwachsener“ unterrichtet. Das kann man nicht mit der Oberstufe vergleichen. Wenn ich etwas an meiner schulischen Vergangenheit ändern könnte, dann wäre das sicherlich, dass ich die Lern-Freizeit-Balance heutzutage besser einteilen würde, damit weder die Schule noch die Freizeit zu kurz kommen. Einen Rat für jeden Oberstufenschüler hätte ich noch. Nämlich: Geniesse den Moment und mach das Beste daraus, denn so viel Freizeit hat man im Berufsleben nicht mehr. Aber vernachlässige auch das Lernen nicht.

Nach meiner Lehre möchte ich im Bereich Gestaltung bleiben. Deswegen werde ich in einem anderen Betrieb noch eine Lehre als Polygrafin absolvieren. In 10 Jahren sehe ich mich in einem Betrieb wo ich mich als Polygrafin ausleben und weiterbilden kann. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meinen Freunden zusammen. Doch wenn ich allein sein möchte, dann zeichne ich gerne. Ich nehme Herausforderungen Hals über Kopf an und probiere gerne neue Sachen aus. Denn ich habe gelernt, dass wenn man immer tut was man schon kann, bleibt man die, die man schon war. Angst habe ich davor meinen Forderungen nicht gerecht zu werden. Die Herausforderungen die an mich gestellt werden oder ich mir selbst stelle sind nicht immer einfach.

Wenn ich mich in fünf Adjektiven beschreiben müsste dann wären es diese: neugierig, direkt, respektvoll, temperamentvoll und humorvoll.

Mein Lebensmotto ist: "Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech und wild und wunderbar!"

Bevor ich einschlafe denke ich nicht an viele Sachen, denn ich vergöttere den Schlaf. Deswegen denke ich an meine weiche Matratze, die Decke und natürlich das Kissen.

Katarina Coric 

Ein Tag im Leben von Julia Fellmann

Ein Tag im Leben von Julia Fellmann, 18, eine junge, interessante Frau kurz vor dem KV-Lehrabschluss

Um 6.30 Uhr stehe ich auf. Eigentlich bin ich ja eher ein Morgenmuffel. An freien Tagen schlafe ich oftmals bis am Mittag. Leider kann ich nicht auswählen wann ich aufstehen möchte, denn bereits um 7.30 Uhr muss ich arbeitsbereit im Büro stehen, denn ich mache eine Ausbildung als Kauf-frau beim Kanton Zürich. Momentan bin ich im 3. Lehrjahr und die LAP steht vor meiner Tür.

Das KV beim Kanton würde ich jederzeit nochmals wählen, denn der Beruf ist sehr vielseitig, da man jedes Jahr auf einen anderen Betrieb im Kanton Zürich wechselt. Im 1. Lehrjahr war ich auf dem Sekretariat der pädagogischen Hochschule. Im 2. Lehrjahr im RAV, wo es mir übrigens nicht so gefiel, da ich mich im Arbeitsteam nicht wohl fühlte und auch die Arbeit eine ziemlich grosse Herausforderung für mich war. Momentan arbeite ich auf dem Gericht Zürich.

Ich muss zugeben, dass ich lange Zeit nicht gewusst habe, welchen Beruf ich erlernen möchte. Schlussendlich habe ich das KV beim Kanton gewählt, da ich nichts Besseres gefunden habe. Aber heute bin ich relativ glücklich mit meiner Lehre bis auf die Berufsschule, doch die hätte ich auch in einer anderen Lehre gehabt.

Wenn ich heute die Berufswahl noch einmal durchstehen müsste, würde ich eindeutig mehr schnuppern gehen, denn so hätte ich in viel mehr Berufen einen Einblick gekriegt und würde vielleicht nun meine Traumlehre machen. Wer weiss. Dies würde ich auch als Tipp für die Berufswahl mitgeben, denn Schnuppern macht sehr viel aus.

Ich kann mich noch erinnern, als ich einen Schnuppertag als Drogistin absolvierte. Leider waren meine Vorstellungen nicht wirklich identisch mit der Realität, denn die einzige Tätigkeit, die ich erledigen durfte, war putzen. Ich weiss noch, wie ich verärgert nach Hause kam und zu meiner Mutter sagte: "Also Drogistin möchte ich mit Sicherheit nicht mehr werden, da könnte ich genauso gut eine Lehre als Putzfrau absolvieren." Vielleicht hat mir ja dieser Schnuppertag ein bisschen das Schnuppern verleidet. Aber was solls, wahrscheinlich hatte ich einfach mit dem Lehrbetrieb Pech.

In meiner momentanen Lehre erledige ich eigentlich den ganzen Tag lang Telefonate. Um 12.30 Uhr gehe ich normalerweise Mittagessen. Was ich esse, variiert jeden Tag ein bisschen. Hauptsache, ich habe etwas zu essen. Um 13.15 Uhr beginne ich dann wieder zu arbeiten.

Wenn ich über meine Freizeit nachdenke, frage ich mich manchmal, ob ich überhaupt Freizeit habe, denn im Moment ist meine Lehre mit der Vorbereitung auf die LAP sehr anstrengend. Aber wenn ich manchmal doch zu Freizeit komme, verbringe ich gerne Zeit mit Freunden. Jeden Montagabend besuche ich die Probe des Musikvereins. Dort spiele ich Saxophon. Das ist eigentlich das einzige Hobby, das ich momentan noch habe. Es fehlt mir einfach die Zeit für andere Hobbys. Wenn ich dann die LAP hinter mir habe, werde ich sicherlich mehr Zeit für meine Hobbys haben.

Nach der LAP würde ich gerne ein Jahr lang die BMS nachholen und später dann vielleicht studieren. Was ich studieren möchte weiss ich noch nicht genau, aber es wird ganz bestimmt etwas Soziales sein. Wenn ich mich selber beschreiben müsste, würde ich mich auch mit dem Adjektiv sozial beschreiben, denn anderen Menschen helfe ich sehr gerne.

Um 17.00 Uhr habe ich dann endlich Feierabend. Meistens bin ich danach ziemlich erschöpft. Ich ruhe mich danach ordentlich aus und mache mir einen schönen Abend. Mein grösster Traum im Moment ist, die LAP gut zu bestehen. Ich hoffe es wird auch trotz der grossen Aufregung klappen.

Sara Lüönd 

Ein Tag im Leben von Loris Lo Martire

Ein Tag im Leben von Loris Lo Martire, 16, KV-Lernender in Wallisellen, hat am Zukunftstag seine Liebe zum Job gefunden

Es ist 7:00 Uhr, ich stehe auf und laufe ins Badezimmer. Nachdem ich mich frisch gemacht habe, esse ich schnell etwas und gehe zur Arbeit. Ich brauche eine halbe Stunde bis zu meinem Arbeitsort und meistens, wenn ich spät ins Bett ging, weil ich lernen musste, schlafe ich fast im Zug ein.

Ich habe eine Lehre als Kaufmann im Tchibo letztes Jahr bekommen. Ich habe durch meinen Vater und das Schnuppern herausgefunden, dass ich dies gerne mache. Ich bin sehr zufrieden. Ich empfehle anderen sehr viel zu schnuppern und fleissig Bewerbungen zu schreiben, so habe ich es auch geschafft.

An meinem ersten Arbeitstag war ich sehr nervös, aber gleichzeitig auch gespannt, wie alles abläuft. Ich checke zuerst täglich die E-Mails, nehme danach Bestellungen an und gehe ans Telefon, falls es klingelt. Am Telefon weiss man nie, was für eine Sprache der Kunde spricht, meistens Deutsch, Englisch oder Französisch und manchmal auch andere Sprachen. Darum empfehle ich gute Sprachkenntnisse. Zusätzlich mache ich die Präsentationen für die neuen Lehrlinge, um denen einen Einblick ins KV-Geschäft zu verschaffen.

Mit meinen Arbeitskollegen verstehe ich mich bestens. Sie finden mich sehr nett, freundlich, spontan, humorvoll und auf jeden Fall sehr durchgedreht im Kopf.

Ich gehe gerne jeden Tag zur Arbeit, zur Schule eher nicht so. Wenn ich in die Schule muss, stehe ich um 7:30 Uhr auf und gehe von 8:30 bis 17:30 Uhr in die Schule. Der Unterricht ist lang und langweilig, weil es sehr monoton ist.

Meine Motivation für die ganze Woche ist das Wochenende. In meiner Freizeit gehe ich gerne ins Fitnessstudio trainieren, falls ich nichts für die Schule machen muss. Sonst spiele ich am Wochenende sehr gerne Fussball oder schaue meinem jüngeren Bruder beim Fussballmatch zu. Was ich sonst noch gerne mache ist gamen, ich bin ein Naturtalent.

Oft denke ich auch an meine Zukunft und rede gerne mit meiner Familie drüber. Ich möchte gerne meine KV-Lehre erfolgreich abschliessen und später dann eine eigene Firma gründen. Meine Eltern, mein Bruder und meine Schwester glauben an mich und helfen mir sehr, dass meine gewünschte Zukunft in Erfüllung geht.

Ich warte auf meinem Zug, fahre nach Hause und das erste, was ich sofort mache ist: Alle schnell begrüssen und sofort duschen gehen. Ich fühle mich danach immer entspannter, denn das dauernde Sitzen verspannt mich immer ein wenig. Ich esse zuerst mit meiner Familie und gehe danach meine Hausaufgaben erledigen. Ich spiele noch eine Runde Fifa mit meinem Bruder und schaue fern in der Stube. Langsam muss ich mich bettfertig machen. Heute gehe ich etwas früher ins Bett, nämlich um 22:00 Uhr, weil ich alle schulischen Aufgaben erledigt habe. Und lieber gehe ich früher ins Bett, anstatt morgen wieder zu jammern, dass ich zu wenig Schlaf hatte.

Ich sage allen Gute Nacht und gehe erschöpft ins Zimmer und lege mich hin.
Vor dem Zubettgehen, schreibe ich noch die letzten WhatsApp Nachrichten und lege dann mein Handy weg. Was mir leider immer durch den Kopf geht ist: „Scheisse, morn muess ich wieder früeh ufstah.“ Ich mache trotzdem das Beste draus. Schlussendlich fallen meine Augen zu und schon bin ich im Tiefschlaf.

Andjelina Kosic 

Ein Tag im Leben von Sara Bolli

Ein Tag im Leben von Sara Bolli, 17, hat ihren Traum- beruf als FABE Kinder gefunden

Ich stehe jeden Tag um 6:30 auf. Zuerst ziehe ich mich um und schminke mich. Danach geniesse ich ein leckeres Frühstück. Anschliessend packe ich meine Tasche und laufe zur Bushaltestelle. Im Bus betrachte ich die schöne Landschaft. Nach einer 25-minütigen Busfahrt steige ich bei der Bushaltestelle zum Wildenmann in Kloten aus. Danach spaziere ich in die Kinderkrippe. Dort angekommen, nehme ich meine Stempelkarten und checke ein. Ich begrüsse die Kinder und das Personal. Um 9 Uhr beginnt das Morgenprogramm. Die Kinder können frei wählen, in welchen Bildungsräumen sie kreativ tätig sein möchten. Die Kinder essen um 11:45 Zmittag. Nachher gehen die Kinder schlafen oder ruhen sich aus. Um 14:30 startet das Nachmittagsprogramm. Zwischendurch können sich die Kinder an der Znünibar verpflegen. Um 17:00 Uhr werden die Kinder von ihren Eltern abgeholt. Ich muss noch bis 18:00 Uhr arbeiten und habe dann auch Feierabend. Zuhause angekommen gibt es Abendessen. Danach muss ich noch für die Schule lernen und meine Hausaufgaben erledigen.

Ich habe nicht viel Freizeit, weil ich fast das ganze Wochenende mit Lernen verbringe. Ich gehe aber auch gerne nach draussen. Jeden zweiten Samstagnachmittag leite ich in der Jugi eine Altersstufe. Wir treffen uns im Wald und haben viel Spass miteinander. Für mich ist die Jugi sehr wichtig geworden. Ich investiere eine Menge Zeit, um ein gutes Programm für die Kleinen hinzubekommen. Ich wünsche mir, dass noch mehr Kinder in die Jugi gehen, damit wir noch mehr Spass haben können.

Die Berufswahl war für mich nicht ganz einfach. Ich musste noch ein zehntes Schuljahr anhängen. Zuerst wollte ich das KV machen. Ich fand dann aber heraus, dass mir das Arbeiten mit Kindern sehr viel Freude bereitet. Ich machte viele Schnupperlehren und es gefiel mir sehr gut. Ich schickte einige Bewerbungen ab und wurde von ein paar Betrieben zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Schliesslich bekam ich eine Lehre in der Stadt Kloten. Ich habe meine Traumstelle bekommen. Ich hatte aber auch sehr viel Glück, denn für die meisten FABE Lehrstellen braucht man ein Praktikum.

Nach der Lehre möchte ich die BMS machen oder mich anders weiterbilden. Mein Beruf hat eine gute Zukunft, weil immer mehr beide Eltern arbeiten gehen. Ich habe die Arbeit mit Kindern sehr gerne, weil es sehr abwechslungsreich ist und man zusehen kann, wie sich die Kinder entwickeln. Für diesen Beruf muss man ein paar Anforderungen erfüllen. Man muss gerne mit Kindern arbeiten, organisiert sein, zuverlässig und pünktlich sein. Ich bin ein Mensch, der sehr fleissig und zuverlässig ist. Das kann ich auch sehr gut für meinen Beruf gebrauchen.

Bevor ich mich um 22:30 Uhr schlafen lege, lese ich noch in einem Buch. Nachdem ich mich schlafen gelegt habe, denke viel über meine Zukunft nach. Ich habe mir ein paar Ziele gesetzt. Ich möchte eine Familie gründen und möchte, wenn möglich, Lehrerin oder Leiterin eines Kinderhortes werden. Aber diese Träume sind noch weit entfernt. Ich muss schliesslich zuerst meine Lehre als FABE abschliessen.

Daniel Bolli 

Ein Tag im Leben von Sara Maione

Ein Tag im Leben von Sara Maione, 17, Kauffrau in der Branche Kredit in Winterthur, leidenschaftliche Sportlerin

Ich arbeite als Kauffrau in der Branche Kredit. Mein Arbeitsalltag fängt damit an ins Büro zu gehen und dort direkt all meine Neukunden zu bearbeiten und zu beraten. Danach gehe ich all meine E-Mails durch und beantwortete sie alle. Wenn ich dies getan habe, gehe ich verschiedene Dokumente durch und schaue wo es noch Fehler hat und wie man sie lösen kann. Es ist Mittag. Ich gehe essen und kehre um 13:00 zurück. Am Nachmittag kommt die Post und dann muss ich Verträge kreieren/komplettieren. So sieht ein ganzer Tag bei mir aus, jedoch ohne die kleinen Details. Ich bin natürlich viel am Computer und habe aufgrund dessen auch weniger Bewegung im Alltag. Ich musste einen Job aussuchen mit wenig Bewegung, weil ich eine Herz-OP hatte und daher nicht so fit bin.

Nach der Sekundarschule wusste ich nicht genau, in was für eine Richtung ich gehen möchte. Ich habe in vielen Richtungen geschnuppert, von Flugverkehrsleiterin bis zu KV. Gegen Mitte der 3. Sekundarschule habe ich eine Lehre gefunden als Kauffrau. Ich habe mich schlussendlich für das KV entschieden, weil ich so eine gute Grundlage habe. An der Lehre gefällt mir am meisten, dass es ein sehr spannender und vielfältiger Beruf ist und man relativ viel alleine machen kann, wie zum Beispiel Mails beantworten oder direkten Kundenkontakt haben. Nach der Lehre möchte ich höchstwahrscheinlich beim KV bleiben, aber wahrscheinlich die Branche wechseln. Nach der Lehre möchte ich mehr in die Richtung Kundenkontakt gehen. Ich möchte nicht mehr bei diesem Betrieb bleiben. Ich finde den Betrieb zu klein, er ist ein Familienbetrieb mit zwei Angestellten und drei Lernenden. Bei der Arbeit muss ich hauptsächlich: Mails beantworten, telefonieren, Neukunden weiterleiten/beraten und Verträge zusammenstellen. Ich finde die Arbeitszeiten sehr unpraktisch für mich. Es fängt zwar erst um 8.30 an, endet dafür erst um 18:00. Wenn man alleine ist, gibt es sehr viel zu tun.

In meiner Freizeit gehe ich ins Fitness und öfters gehe ich mit Freunden raus. Ich spreche Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch. Die Sprachen helfen mir sehr, vor allem Englisch und Deutsch. Von meiner Klasse habe ich mit fast keinem mehr Kontakt nur noch mit Freunden von den alten Klassenkameraden. Mit meinem Oberstift verstehe ich mich sehr gut, wir haben sogar schon ein, zwei Sachen privat gemacht. Mit meinem Chef und meinem Berufsbildner verstehe ich mich auch super. Sie unterstützen mich in der Schule, im Geschäft und auch im Privaten. Am Anfang war ich sehr froh darüber, nicht mehr in der Schule zu sein, nach einer Weile wurde mir bewusst, dass es in der Schule sehr locker war, im Gegensatz zum anderen Leben. Meine Tipps für die Berufswahl sind: Viele verschiedene Berufe schnuppern, Je mehr man schnuppert, desto genauer weiss man, in welche Richtung man gehen möchte. Mein grösster Wunsch ist es einen guten Job zu haben und gut zu verdienen. Als Kind war mein Traumberuf Schauspielerin zu werden, habe dann aber gemerkt dass ich lange in die Schule gehen müsste.

Abends gehe ich um 11-12 Uhr ins Bett und gehe nochmal den ganzen Tag durch. Mein Lebensmotto ist: „Mach was du willst, weil schlussendlich machst du es für dich.“

Claudio Calamia 

xeiro ag